Themen OV Langquaid

Vorwort:

Hinweis. Die Darstellung der ÖDP-Ziele und Themen im Bereich der Gemeinde Langquaid entsprechen in großen Teilen dem von Marktgemeinderat und UNV-Referent Peter-Michael Schmalz erarbeiteten und beantragten Leitbild der Marktgemeinde Langquaid für die Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales. Der Marktgemeinderat hat dieses Leitbild am 18.02.2003 einstimmig beschlossen. Dieses Leitbild gilt es nun in den nächsten Jahren mit Leben zu erfüllen. Daran wird die ÖDP mit aller Kraft arbeiten.


1. Bauleitplanung, Bauordnungsrecht

Bei der Bauleitplanung (Flächennutzungsplan, Bebauungspläne) und im Bauordnungsrecht (Gestaltungssatzungen) soll der Markt Langquaid künftig Belangen der Ressourcenschonung (Boden, Luft, Wasser), des Gesundheits-, Lärm- und Klimaschutzes und der Nutzung regenerativer Energiequellen ein noch stärkeres Gewicht als bisher verleihen.


2. Sicherung und Neuschaffung von Arbeitsplätzen

Der Markt Langquaid soll auf eine Ansiedelung und den Erhalt von nachhaltig wirtschaftenden Gewerbebetrieben setzen und hierfür die Voraussetzungen erhalten bzw. schaffen. Die Schaffung von Arbeitsplätzen soll dabei nicht zur Erzielung kurzfristiger Effekte erfolgen, sondern der langfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen dienen. Langquaid soll sich auch die Möglichkeit offen halten, Zweckverbände mit anderen Gemeinden bei der Ausweisung und dem Unterhalt von Gewerbegebieten an geeigneten Stellen incl. der Aufteilung der Gewerbesteuereinnahmen zu bilden. Nicht das Ausweisen neuer Gewerbegebiete soll das Ziel sein, sondern primär die bestmögliche Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Unnötige Bodenversiegelungen (Flächenfraß durch Verzicht auf Unterflur- und mehrstöckige Nutzungen) sowie die Zersiedelung der Landschaft haben zu unterbleiben. Der Gewerbesteuerhebesatz soll nach Möglichkeit im Vergleich mit anderen Gemeinden relativ niedrig gehalten werden


3. Energieerzeugung und –verbrauch

Sowohl in seinem eigenen Bewirtschaftungsbereich, als auch in den Privathaushalten und im gewerblichen Bereich soll der Markt Langquaid auf die Nutzung aller praktikablen Sparpotentiale und auf ein schrittweises und angesichts der akuten Klimaveränderungen nicht zu lange dauerndes Umsteigen von der Nutzung fossiler Brennstoffe auf regenerative Energien setzen . Bei den Privathaushalten und im Gewerbe soll der Markt Langquaid dieses Umsteigen im Rahmen seiner personellen (beratenden) und finanziellen Möglichkeiten fördern. Er stärkt hierdurch auch die örtlichen Handwerksbetriebe. Der Markt soll auch hier selbst als Vorbild tätig werden und sich mit anderen vergleichbaren Kommunen messen. Ziel der ÖDP ist es, dass Langquaid in der Spitzengruppe der Solarbundesliga (s. www.solarbundesliga.de) vertreten ist.

4. Verbraucher- und Gesundheitsschutz

Bei der Nutzung von Konsumgütern durch den Markt (Bauhof, Verwaltung, Neubau und Unterhaltung von Liegenschaften) soll dieser auf die Nutzung umweltfreundlicher, sowie nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig betriebswirtschaftlich rentabler Produkte achten. Bei der Auswahl von Produkten soll nicht der niedrigste Preis alleine das ausschlaggebende Kriterium für die Beschaffung sein, sondern auch auf die die Gesichtspunkte der umweltfreundlichen und regionalen Produktion („aus der Region für die Region“), des gesundheitlich unbedenklichen täglichen Gebrauches, das Risikopotential im Gefahrenfall (z. B. Entwicklung giftiger Gase im Brandfall bei PVC-Böden), sowie der Recyclingfähigkeit bzw. der umweltschonenden und kostengünstigen Entsorgungsmöglichkeit geachtet werden. Der Markt soll auch hier als Vorbild tätig werden. Gewerbe und Privathaushalte sollen vom Markt Langquaid im Rahmen seiner allgemeinen Informationstätigkeit Hinweise in Form von Umwelt- und Verbrauchertipps erhalten.


5. Umweltbildung

Nach Auffassung der ÖDP sind der Bereich der Bildung von Kindern und Erwachsenen und die Vermittlung eines ethisch anspruchsvollen Wertesystems auf den Gebieten des Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz notwendige Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen und dem Respekt vor der Schöpfung. Der Markt Langquaid soll deshalb dementsprechende Maßnahmen in den örtlichen Kindergärten, der Schule und in der Erwachsenenbildung fördern.


6. Flächenbewirtschaftung, Gewässerunterhaltung

Der Markt Langquaid soll zunächst eine Bestandsaufnahme seiner Flächen im Außenbereich durchführen. Hierbei wird für alle Flächen ein Kataster mit allen notwendigen Kenngrößen angelegt (Grundstückslage, Pachtverhältnisse mit sozialer Komponente, Art der Bewirtschaftung, Grundstücksbewertung nach landwirtschaftlicher Bonität und Bedeutung für Gewässer- und Naturschutz, Erhebung staatlicher Fördermittel aus den Bereichen Landwirtschaft, Gewässer- und Naturschutz, Verkaufsoptionen). Anschließend erfolgt eine Festlegung der weiteren Nutzung der Flächen im Außenbereich nach ökonomischen, sozialen und ökologischen Gesichtspunkten.

Bei der Unterhaltung von Gewässern dritter Ordnung soll eine Überprüfung der bisherigen Bewirtschaftungspraxis auf ihre Effektivität und Notwendigkeit hin erfolgen.

7. Freizeit und Erholung

Auch im Bereich Freizeit und Erholung soll der Markt Langquaid, einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten. Durch ein attraktives regionales Angebot der Naherholung und der Freizeitmöglichkeiten kann dem Bürger eine ressourcen- und finanzenschonende Alternative z. B. zu langen Autofahrten in andere Regionen geboten werden. Auch kann hierdurch ein Beitrag zum Verbleib von Wirtschaftskraft in Langquaid geleistet werden. Effektive Maßnahmen zur Steigerung des örtlichen Naherholungs- und Freizeitangebotes müssen nicht unbedingt kostenaufwendige Einzelprojekte sein, sondern können auch eine Vielzahl von einfachen und kleineren Projekten sein, die in ihrer Gesamtheit eine erhebliche Aufwertung des Naherholungs- und Freizeitpotentiales bedeuten.


8. Soziale Integrationsfunktion der Gemeinde (Jugend-, Seniorenarbeit)

Die Gemeinde hat nach Auffassung der ÖDP die Aufgabe sowohl im Bereich der Jugend als auch im Bereich der Senioren aktiv für die Einbindung dieser Altersgruppen in das gemeindliche Geschehen und für deren lebenswerte Daseinsvorsorge Verantwortung zu übernehmen. Im Bereich der Jugend sollte nicht nur ein Jugendtreff angeboten werden, sondern auch aufsuchende Jugendarbeit im Hinblick auf vorhandene Problemfälle in dieser Altersgruppe mit dem Versuch einer erfolgreichen gesellschaftlichen Integration betrieben werden. Im Bereich der Senioren sollte es möglichst bald zur Errichtung und zum Betrieb einer qualitativ hochwertigen und doch preislich moderaten Einrichtung für den Aufenthalt und die Pflege der Senioren kommen.