Pressemitteilung
Dringend Hitzestau im Zentrum von Langquaid, dem Marktplatz, entschärfen
Langquaids Umweltreferent und Marktgemeinderat Peter-Michael Schmalz ergreift erneut die Initiative und legt eine detaillierte Vorgehensweise vor
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Blascheck,
Hallo Herbert,
wie in der Fraktionssprechersitzung erläutert, reiche ich hiermit auch schriftlich den bereits formulierten Antrag (mit mehreren Einzelanträgen) in Sachen Marktplatz Langquaid ein.
Anlaß:
Bereits mehrfach in den letzten Jahren habe ich in Gesprächen mit Dir auf die aus unserer/meiner Sicht dringend notwendige Verbesserung der kleinklimatischen, sowie auch optischen Situation des Marktplatzes Langquaid hingewiesen.
Begründung der Anträge: In Deutschland sterben jedes Jahr laut offiziellen Statistiken insbesondere in innerstädtischen Bereichen etliche tausend Menschen unmittelbar oder frühzeitig in den alljährlichen Heißwetterwellen, die Folge des menschengemachten Klimawandels sind.
Seitens der (wissenschaftlich basierten) Umweltbewegung, von zig Fachstellen (Universitäten, Forschungsgemeinschaften, meteorologischen Institutionen, Ärzteverbänden, UN-Klimakonferenzen usw.) wird seit Jahrzehnten auf die dringende Notwendigkeit des aktiven Gegensteuerns im Bereich menschengemachter Klimawandel hingewiesen. Zwar kam es zu etlichen theoretischen Klimazielfestlegungen (z.B. sog. 3 Pariser Ziele, unterzeichnet von fast allen Staaten dieser Erde (195) von 2015:
1. Basismaßnahmen zur Temperaturerhöhungsbegrenzung auf nicht mehr als durchschnittlich 1,5 Grad Celsius;
(durch insbesondere die Senkung des Ausstoßes von klimaschädlichen Stoffen bei menschlichem Wirken)
2. Klimaanpassung (Folgenabmilderung für die Umwelt incl. Menschen);
3. Klimafreundlichere Ausrichtung der Finanzströme
Am Marktplatz Langquaid liegen die Temperaturen bei den allährlich immer länger andauernden und häufiger auftretenden Hitzewellen aufgrund der baulichen Situation (über 95% Steinanteile in der dreidimensionalen Kubatur des Marktplatzes) z. T. um bis zu 5 Grad höher als in den Siedlungsbereichen außerhalb des Marktplatzes. Die hierdurch erreichten Temperaturbereiche überschreiten die insbesondere für Menschen gesundheitlich akzeptablen "Temperaturfenster" und führen dann zu (vermeidbarem) extremem Hitzestress bei den Menschen, die sich im Marktplatzbereich aufhalten oder gar dort wohnen.
Anträge im Einzelnen:
a) Umsetzung wirksamer Maßnahmen zur Reduzierung des Hitzestresses im Marktplatzbereich Langquaid
b) Beauftragung einer Fachstelle zur wissenschaftlich fundierten Beurteilung der notwendigen und wirksamen Maßnahmen zur deutlichen Reduzierung des Hitzestresses (inbesondere der deutlichen Erhöhung der horizontalen und vertikalen Grünbereiche zur Erreichung einer wirksamen Kühlungs- und Beschattungsfunktion).
Hinweis: Auf historischen Photos ist zu sehen, dass im Marktkern vor über 100 Jahren alleeartig Bäume wuchsen, die vom Volumen her denjenigen nahe kommen, wie sie in der Kelheimer Straße außerhalb des Marktplatzes gegenüber dem Pfarrhaus noch in sehr geringer Anzahl vorhanden sind. Die derzeitigen, seit Jahren schwer geschädigten und fast jedes Jahr gleichwohl zurück geschnittenen (Akazien-)Bäume (mit unzureichenden Wurztellerbereichen) können auch nicht im Ansatz eine klimarelevante Schutzfunktion erfüllen)
c) Parallel zu den Klimaschutzmaßnahmen eine optische Aufwertung durch erheblich mehr Grün im Marktplatz (was zusätzlich zur Steigerung der Aufenthaltsqualität führt)
Kosten:
Die beantragten Maßnahmen können nach meiner Einschätzung mit rund 80% aus dem Städtebauföderungsprogramm oder auch anderer Förderprogramme/Zuschüsse gefördert werden.
Viele Grüße
Peter-Michael Schmalz
Peter-Michael Schmalz
Umwelt- und Klimaschutzreferent
des Marktes Langquaid
Die Antrag wird unterstützt von
Prof. Dr.-Ing. Johannes Reschke
ÖDP-Marktgemeinderat